Der Trainer steht Rede und Antwort

Der Trainer steht Rede und Antwort

Seit nunmehr 100 Tagen ist unser Trainer Hartwig Jondral im Amt. Zeit für uns mal ein Gespräch mit ihm zu suchen.

 

Hallo Hartwig,du bist nun seit knapp 100 Tagen im Amt hier an der Schleuse. Wie ist dein Fazit nach den ersten 100 Tagen?

 

Mein Fazit nach 100 Tagen ist sehr positiv. Nicht nur wegen der zur Zeit erfolgreichen Saison, sondern auch besonders wegen dem Umfeld. Mit Manni Kurka ( Co-Trainer) und Marco Potarzycki ( sportlicher Leiter) habe ich 2 Leute an meiner Seite, die Schleuse regelrecht leben und atmen. Einige Zuschauer haben wir begeistern können und diesen Weg wollen wir weitergehen. Die Harmonie in Mannschaft und Umfeld sind mir sehr wichtig.


Hier an der Schleuse haben wir noch einen Ascheplatz. Oder wie wir ihn liebevoll nennen, unseren „roten Rasen“. Gerade in der heutigen Zeit, wollen die meisten Spieler und Trainer ja nur noch auf Kunstrasen spielen und trainieren. War der Platz für dich ein Kriterium hier in Dellwig anzuheuern?

Ob Asche oder Kunstrasen ist mir eigentlich egal, da ich in meiner aktiven Zeit hauptsächlich auf Asche gespielt habe und von früher nichts anderes kenne. Wer sich entscheidet, zu uns an die Schleuse zu wechseln, der weiß auf welchem Untergrund wir uns hier bewegen. Diese Spieler sind mir lieber, da ich sie besser und schneller erreichen kann und nicht nicht erst davon überzeugen muss wie gut es sein kann auf Asche zu spielen.


Mit welchen Erwartungen bist du hier an der Schleuse angetreten und wurden deine Erwartung bestätigt?

Meine Erwartungen sind die vorhandene Mannschaft weiterzuentwickeln und eine bessere Zeit einzuläuten. Gerade nach den ganzen Rückschlägen der vergangenen Jahre. Und das unabhängig von der Platzierung. Selbstverständlich wollen wir so lange wie möglich oben an der Spitze mitspielen, doch das liegt mitunter nicht nur am Trainer, sondern auch an der Mannschaft. Der Sieg gegen einen Bezirksligisten im Pokal zeigt, was für Qualität in der Mannschaft steckt und was möglich sein kann, wenn alle am selben Strang ziehen.


Du hast ja mit 30 Spielern einen ziemlich breiten Kader. Ist das eher förderlich wenn man so viele Leute zur Verfügung hat, oder ist es eher hinderlich sie alle bei Laune zu halten?

Ein breiter Kader ist doch für einen Trainer das beste was es gibt, da verletzte, gesperrte oder berufstätige Spieler kompensiert werden können. Zudem können wir junge Spieler langsam an den Seniorenbereich heranführen. Eine Saison ist immer sehr lang und so kommt es auch vor, dass am nächsten Wochenende nicht die gleiche Mannschaft spielen wird, wie in der Woche zuvor. Wie schon gesagt, es gibt für einen Trainer nichts schöneres als 18-22 Spieler beim Training zu haben, die einen aller Wahrscheinlichkeit nach auch verfluchen. Aber das zeigt mir, das die Einstellung stimmt und die Jungs Ehrgeiz haben.


Deine Mannschaft ist als einziges Team der Liga noch ungeschlagen. Zudem wurde mit Sterkrade 06/07 ein Bezirksligist in der 2. Pokalrunde ausgeschaltet. Hast du so einen Auftakt erwartet?

Der Auftakt war mit 2 Unentschieden eher mäßig. Wir haben uns dann aber gesteigert. Für mich ist aber nur das nächste Spiel von belang. Der Pokalsieg war ein Bonusspiel, da wir ja 3 tage später schon wieder im Ligaalltag bestehen mussten. Und da hat man den Jungs in den ersten 45 Minuten die Pokalschlacht kräftemäßig angemerkt. Die Pokalspiele werden irgendwann ihr Ende finden. Aber in der Meisterschaft stehen 30 harte Spieltage auf dem Programm. Was bedeutet heute schon ungeschlagen?! Bei 2 Unentschieden sind 4 Punkte weg. Da kann man lieber eins verlieren und das andere gewinnen. Da steht man punktemäßig besser da.


Mit Blick auf den restlichen Spielplan der Hinrunde sieht man, dass uns noch spannende Begegnungen erwarten. Man muss noch gegen SG Osterfeld und Bottrop 1911 ran. Was erwartest du dir von dem Restprogramm bis zur Winterpause?

Ich sagte es ja gerade schon. Für mich zählt nur der nächste Gegner. Und dieser heißt am kommenden Sonntag Rhenania Bottrop. Das wird ein heißer Tanz und wie in jedem anderen Spiel gibt es dort 3 Punkte. Nicht mehr und auch nicht weniger.


Auf welchem Platz schließen wir die Hinrunde ab?

Die Hinrunde sollten wir unter den ersten 3 abschließen können, in Schlagdistanz zum Tabellenersten.


Und wo landen wir am Ende?

(lacht) Wenn ich Hellseher wäre, würde ich im Zirkus arbeiten. Ne, aber mal im Ernst. Es ist schwer zu sagen, denn im laufe einer Saison kann soviel passieren. Neben der spielerischen und kämpferischen Klasse, entscheidet auch der Wille und eine Portion Glück.


Blicken wir mal etwas in die Zukunft. Wie sehen deine langfristigen Ziele hier an der Schleuse aus?

Das langfriste Ziel wird sein, junge Spieler an die Schleuse zu locken und im Seniorenbereich zu integrieren. Zudem wird im Vorstand fieberhaft daran gearbeitet, dass wir endlich in der neuen Saison einen Kunstrasen bekommen, so dass wir den Anschluss an die anderen Verein nicht verlieren. Und natürlich wollen wir auch wieder hoch in die Kreisliga A. Ob wir es in dieser Saison schaffen können, wir werden sehen.


Das war es eigentlich. Gibt es noch was, was du den Anhängern mitteilen möchtest?

Das Trainerteam, die Mannschaft, sowie der Vorstand möchten viel Anhänger begeistern. Natürlich wird es auch den ein oder andern Rückschlag geben. Aber das müssen wir gemeinsam wegstecken und den Blick wieder nach vorne richten. Denn die Vergangenheit hier an der Schleuse hat und gezeigt, was passieren kann wenn man nicht an einem Strang zieht und gegeneinander arbeitet.